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Freitag 3., Sonnabend, 4., Sonntag, 5. Juli 2015 in Loccum:
Veranstaltungshinweis zur Tagung:
Energiegenossenschaften als Vorreiter der Prosumer-Idee

Stand der Bearbeitung: 3.6.2015



Pressemitteilung:

Von der Energieproduktionsgenossenschaft zur Energieprosumergenossenschaft

Sehr geehrte Damen und Herren von der Presse,

die Zukunft der Energiewende und ob sie sich dezentral entwickeln wird, ist eng mit der Entwicklung der Energiegenossenschaften in Deutschland verbunden.

Anhängend ergänzend dazu ein Artikel* und ein Tagungsprogramm. Ich würde mich freuen, wenn Sie in Ihrer Zeitung darauf verweisen und gegebenenfalls dazu einen Artikel veröffentlichen.

Die Tagung kann beispielsweise in folgender Weise angekündigt werden:

Zur Tagung "Energiegenossenschaften als Vorreiter der Prosumer-Idee - Das Klima durch genossenschaftliche Selbstversorgung schützen" lädt der Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. anlässlich des internationalen Genossenschaftstages in eine angenehme Umgebung ein: in die evangelische Akademie Loccum vom 03.7.-05.07.2015.

Das Programm und die Konditionen (Tagungsbeitrag 200 Euro für zwei Übernachtungen einschließlich Verpflegung) entnehmen Sie bitte der anhängenden Datei. Bitte melden Sie sich möglichst bis zum bis 20. Juni 2015 an.

Der Hintergrund für diese politisch vorausschauende Tagung: Die Zukunft der Energiegenossenschaften wird sich mit ihrer Entwicklungsfähigkeit außerhalb des EEG erweisen. Die meisten der gegenwärtig rund 900 Energiegenossenschaften konnten ihre Mitglieder dazu bewegen, in Kraftwerke zur Erzeugung Erneuerbarer Energien zu investieren. Mittlerweile reicht dies nicht für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung. Vielmehr geht es heute bereits darum, dass die erzeugte Energie möglichst vor Ort und möglichst zeitgleich genutzt wird.

Um dies umzusetzen, gilt es die die Stärke der genossenschaftlichen Organisationsform mehr als bisher zu aktivieren. Sie liegt im Förderauftrag - Nutzen durch kostengünstige umweltverträgliche Energielieferung - und im Identitätsprinzip. Letzteres bedeutet, die Mitglieder sind nicht nur Investoren, sondern gleichzeitig auch Nutzer. Die Rollen der Produzenten und Konsumenten werden von den Mitgliedern, im Idealfall von allen, gleichzeitig übernommen. Sie werden zu Prosumenten.

Dies ist Thema einer Tagung, in der die Möglichkeiten der Prosumeridee im Energiesektor erstmals im Vordergrund stehen. Ausgehend von der gegenwärtigen Situation auf dem Energiemarkt werden am ersten Tag die Rahmenbedingungen dafür erläutert. Im zweiten Schritt bzw. am zweiten Tag steht die Vielfalt bisheriger Ansätze im Mittelpunkt. Sie reichen von Mieterstrommodellen im Bereich Photovoltaik über Energiegenossenschaften, die mit Hilfe von BHKWs ihre Mitglieder gleichzeitig mit Strom und Wärme versorgen, bis hin zu Nahwärmegenossenschaften, bei denen Erzeugung und Verbrauch von Beginn an das Geschäftsmodell darstellt.

Arbeitsgruppen zu Kooperationsmodellen wie die Zusammenarbeit mit genossenschaftlichen Stromlieferanten, die Projektumsetzung mit Wohnungsbaugenossenschaften und die Nutzung von Unterstützungsstrukturen bei der Projektentwicklung und bei der Software runden den Nachmittag ab. Hier geht es ebenfalls um die Veranschaulichung der vielfältigen Möglichkeiten anhand konkreter Umsetzungserfahren. Beim Ausblick liegen die Schwerpunkte vor allem bei Forderungen an die Politik und beim Aufzeigen von Chancen sowie bei Visionen von einer energiegenossenschaftlich geprägten Energiewirtschaft.

Energiegenossenschaften und Promotoren der Energiewende sollten sich die spannende Tagung nicht entgehen lassen. Sie wird von einer Vielzahl von Akteuren getragen und dient im besten Fall als Meilenstein für die Weiterentwicklung einer dezentralen von den Energiegenossenschaften mitgetragenen Energiewende. Weitere Information und Anmeldeformular:

http://genossenschaftsgedanke.de/tagung-energiegenossenschaften-als-vorreiter-der-prosumer-idee/

Gern können Sie die Veranstaltungsinfo in Ihrem beruflichen und persönlichen Umfeld weitergeben. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Mit energievollen und genossenschaftsfreundlichen Grüßen

für den Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V.

Burghard Flieger

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*ENERGIE-PROSUMENTEN-GENOSSENSCHAFT - Gemeinsam produzieren und nutzen

Energiekooperativen als Vorreiter der Prosumenten-Idee

Schon seit Längerem lässt sich der Trend beobachten, dass sich Konsumentinnen und Konsumenten in den Prozess der Herstellung von Gütern und Dienstleistungen einmischen. Dies wurde von dem Futurologen Alvin Toffler bereits im Jahr 1983 mit dem Begriff Prosuming beschrieben. Die Realisierung der Idee des Prosumers bzw. des producing consumer, also des produzierenden Konsumenten ist grundsätzlich auch im Energiesektor denkbar. Als Einzellösung für die Weiterentwicklung der Energiewende führt dies nicht wirklich zu tragenden Konzepten. Das ändert sich, sobald, wie im Genossenschaftswesen üblich, Prosuming als Gruppenphänomen, als Ansatz für die Gruppenselbsthilfe gesehen wird. Wir sind dann bei dem Thema Prosumenten-Energiegenossenschaft oder Prosumer eG.

BURGHARD FLIEGER UND HERBERT KLEMISCH, REDAKTION GENOSSENSCHAFTEN

Die meisten der gegenwärtig rund 900 Energiegenossenschaften konnten ihre Mitglieder dazu bewegen, in Kraftwerke zur Erzeugung Erneuerbarer Energien zu investieren, überwiegend in Photovoltaikanlagen. Mittlerweile genügt dies nicht für ihre wirtschaftliche Weiterentwicklung. Vielmehr geht es heute darum, dass die erzeugte Energie möglichst vor Ort und möglichst zeitgleich genutzt wird. Damit entwickeln diese Genossenschaften als ehemalige Produzentengemeinschaften eine neue Identität.

In einer echten Genossenschaft lässt sich das sogenannte Identitätsprinzip erkennen. Zwei Rollen, die sich sonst am Markt gegenüberstehen, fallen in der Genossenschaft im Idealfall bei jedem einzelnen Mitglied zusammen. Bei den Energiegenossenschaften wird das Identitätsprinzip in veränderter Form erfüllt, wenn die Mitglieder einer Genossenschaft nicht nur gemeinschaftlich Energie produzieren, z.B. durch Photovoltaikanlagen, sondern die erzeugte Energie als Verbraucher gemeinschaftlich nutzen. Sie wären dann gleichzeitig Produzenten und Verbraucher, eben Prosumenten. Es handelt sich dann um Energieprosumenten-Genossenschaften.

Primärgenossenschaftliche Pioniere

Bereits seit Längerem ist es möglich, den erzeugten Strom von den Mieter/innen einer Immobilie, auf deren Dach der Strom erzeugt wird, direkt in deren Verbrauch fließen zu lassen. Diese als "Direktverbrauch" bezeichnete Variante wird von immer mehr Energieproduktionsgenossenschaften praktiziert. Es ist durch das Eintreten der Netzparität bei Photovoltaikanlagen auch wirtschaftlich, zumindest solange nicht die Netzumlage und die volle EEG-Umlage bezahlt werden muss: Die Energiegenossenschaft verkauft dann den mit einer PV-Anlage erzeugten Strom an den Gebäudenutzer. Nur der überschüssige Strom wird über die EEG-Vergütung ins Netz eingespeist. Mit den Gebäudebewohnern wird ein individueller Preis vereinbart, der über der EEG-Vergütung, jedoch unter dem normalen Stromeinkaufspreis liegt, so dass beide Seiten davon profitieren.

Vorreiter hierfür war in Deutschland die Bürgersolargenossenschaft Delmenhorst eG. Sie wurde seitens der Volksbank Delmenhorst zusammen mit kommunalen Vertretern der Stadt Delmenhorst am 10. Dezember 2008 initiiert. Die Genossenschaft betreibt Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen sowie privaten Dächern in Delmenhorst und Ganderkesee. Sie praktiziert bei einigen Standorten die Möglichkeit des Direktverbrauchs von Strom durch die Nutzer der Gebäude.

Eines der innovativsten Projekte dieser Art hat die Bürger Energie Region Regensburg eG (www.berregensburg.de) realisiert: das "Haus mit Zukunft". Dabei handelt es sich um ein genossenschaftliches Mehr-Generationen-Wohnprojekt für 35 Haushalte als "EffizienzhausPlus". In dem rundum nachhaltigen Neubau stammen Strom und Wärme zu hundert Prozent aus Erneuerbaren Energien. Nicht nur der Strom für alle Wohneinheiten, auch der Hausstrom, der Strom für die Elektroauto-Ladestation und für die Wärmepumpe kommt aus regenerativen Quellen, zum Teil direkt mit Solarstrom vom Dach, der Rest über die Naturstrom AG.

Sekundärgenossenschaftliche Ergänzungen

Zunehmend treten für solche Konzepte Organisationen wie Stromhandelsunternehmen und auch Energieverbrauchergenossenschaften am Markt auf. Sie bieten Energieproduktionsgenossenschaften an, ihren Strom oder einen Teil davon zu einem besseren Preis zu vermarkten. D.h., der Erlös liegt über dem, was sie sonst aktuell dafür erhalten. Oder sie liefern den Reststrom, wenn die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des jeweiligen Gebäudes nicht genug Energie erzeugt.

Als ein regionaler Akteur dieser Art wurde die Dachgenossenschaft BürgerEnergie Thüringen Sachsen eG gegründet mit dem geschützten Produkt "Thüringer Landstrom". Noch weiter bei ihrer Entwicklung ist die Vermarktungsgenossenschaft Regionalstrom Franken eG. Sie wurde im Oktober 2014 aus der Taufe gehoben mit dem Ziel, die zahlreichen Kleinerzeuger der Region westlich von Nürnberg zu bündeln und den Strom in der Region bis zum Endkunden zu vermarkten. Sie macht die Energiegenossenschaften damit fit für die Zukunft nach dem Auslaufen der EEG-Förderung.

Bundesweit sind die Bürgerwerke eG mit Sitz in Heidelberg unterwegs (www.buergerwerke.de). Diese Genossenschaft unterstützt die örtlichen Energiegenossenschaften bei der Vermarktung von Strom an die eigenen Mitglieder. Ziel ist deren größere Unabhängigkeit von den politischen Rahmenbedingungen. Die erhöhte Wertschöpfung kann unter anderem für den Aufbau professioneller Strukturen genutzt werden. Das hilft, die Wirksamkeit der jeweiligen Bürgerenergiegenossenschaft vor Ort nachhaltig zu erhöhen. Bei den dafür anstehenden Aufgaben wäre die einzelne Primärgenossenschaft meist überfordert. Im Verbund der Bürgerwerke gelingt den Primärgenossenschaften der Einstieg in die Vermarktung von Strom, indem notwendige Kompetenzen und Kapazitäten über die Sekundärgenossenschaft gebündelt werden. Gleichzeitig können so Kosten eingespart und Risiken gestreut werden.

Option: steuerentlastendes Mitgliedergeschäft

Der ureigene Geschäftszweck von Genossenschaften ist die Förderung der Mitglieder und damit das Mitgliedergeschäft. Für den Energiesektor können insofern genossenschaftliche Prosumenten-Ansätze mit der Konzentration auf das Mitgliedergeschäft in Richtung steuerentlastete Energienutzergenossenschaft weiterentwickelt werden. Wenn eine lokale Genossenschaft ihren vor Ort erzeugten Strom an ihre Mitglieder in diesem Ort verkauft, kann sie, wenn daraus Überschüsse erzielt werden, diese an die Mitglieder rückvergüten. D.h. ein etwaiger Gewinn aus dem Mitgliedergeschäft wird nach Erstellung der Bilanz an die Mitglieder teilweise oder ganz zurückgezahlt. Dies gilt als Betriebsausgabe und mindert den Gewinn der Genossenschaft (Genossenschaftliche Rückvergütung 22 KStG). Bei einer Kapitalgesellschaft wäre dies eine verdeckte Gewinnausschüttung.

Mit der Weiterentwicklung zur Prosumenten-Energiegenossenschaft vollzieht sich so ein Perspektivenwechsel in der Wertschöpfungskette Energie. Energienutzerinnen und -nutzer werden zu immer konsequenteren Mitgestaltern der Energiewende. Sie produzieren nicht nur Erneuerbare Energien, sondern nutzen diese auch vor Ort und optimieren im Idealfall diese Nutzung durch Abstimmung ihres Stromverbrauchs mit den eigenen Erzeugungskapazitäten.

Solche Ansätze sind auf die Lösung eines zentralen Problems der Energiewende ausgerichtet: Wie lässt sich eine nachhaltige Energieversorgung in einen breiten Anwendungstransfer bringen, um damit dauerhaft umwelt- und klimabewusste Modelle zu verankern, die zum nachhaltigen Wirtschaften und zum Gelingen der Energiewende beitragen. Die Antwort ist ganz einfach: durch die Umsetzung innovativer genossenschaftlicher Prosumenten-Modelle. Bis die Verwirklichung solcher Ansätze auf vielen energiegenossenschaftlichen Füssen steht, ist für die detaillierte Ausarbeitung solcher Konzepte allerdings noch viel Projektierungsaufwand erforderlich.

Tagung zur Prosumenten-Idee

Dazu dient auch die Tagung "Energiegenossenschaften als Vorreiter der Prosumer-Idee - Das Klima durch genossenschaftliche Selbstversorgung schützen", organisiert durch den Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. Er setzt hiermit wichtige Impulse für die Zukunft der Energiegenossenschaften. Ihre Entwicklungsfähigkeit wird sich mit ihrer Handlungsfähigkeit außerhalb des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) erweisen. Anlässlich des internationalen Genossenschaftstages findet die Veranstaltung in einer angenehmen Umgebung statt: in der Evangelische Akademie Loccum vom 03.7.-05.07.2015.

Die Möglichkeiten der Prosumeridee im Energiesektor auszuleuchten, steht auf dieser Tagung erstmals im Vordergrund. Ausgehend von der gegenwärtigen Situation auf dem Energiemarkt werden am ersten Tag die Rahmenbedingungen dafür erläutert. Im zweiten Schritt bzw. am zweiten Tag steht die Vielfalt bisheriger Ansätze im Mittelpunkt. Sie reichen von Mieterstrommodellen im Bereich Photovoltaik über Energiegenossenschaften, die mit Hilfe von BHKWs ihre Mitglieder gleichzeitig mit Strom und Wärme versorgen, bis hin zu Nahwärmegenossenschaften, bei denen Erzeugung und Verbrauch von Beginn an das Geschäftsmodell darstellt.

Visionsgeprägter Ausblick

Arbeitsgruppen zu Kooperationsmodellen wie die Zusammenarbeit mit genossenschaftlichen Stromlieferanten, die Projektumsetzung mit Wohnungsbaugenossenschaften und die Nutzung von Unterstützungsstrukturen bei der Projektentwicklung und bei der Software runden den Nachmittag ab. Hier geht es um die Veranschaulichung der vielfältigen Möglichkeiten anhand konkreter Umsetzungserfahren. Beim Ausblick liegen die Schwerpunkte vor allem bei Forderungen an die Politik und beim Aufzeigen von Chancen sowie Visionen einer energiegenossenschaftlich geprägten Energiewirtschaft.

Die Tagung wird von einer Vielzahl von Akteuren wie Greenpeace Energy eG, der innova eG, der GLS Bank, dem Genossenschaftsverband, dem Wissenschaftsladen Bonn sowie der Energieagentur Niedersachsen, dem Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften und der DKB-Bank unterstützt. Sie wendet sich besonders an Energiegenossenschaften und Promotoren der Energiewende und dient im besten Fall als Meilenstein für die Weiterentwicklung einer dezentralen von den Energiegenossenschaften mitgetragenen Energiewende. Mit dem Kostenbeitrag von 200 Euro sind zwei Übernachtungen und die Verpflegung mit abgedeckt. Weitere Information und Anmeldeformular: http://genossenschaftsgedanke.de/tagung-energiegenossenschaften-als-vorreiter-der-prosumer-idee/

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